Zusammen mit den Neujahrsferien hatte ich 3 Wochen Zeit um mir Laos, Kambodscha und zu guter letzt Saigon anzuschauen.
Ca. 3 Wochen vorher hatte ich ein Gespraech mit Carla, einer Freundin aus Bremen, in dem ich ihr spontan mehr aus spass vorgeschlagen habe mich besuchen zukommen um mit mir zu reisen, worauf sie direkt eingegangen ist. 3 Tage spaeter waren alle Fluege gebucht und die Sache stand.
Am 25.01. ging es dann also mit dem Nachtbus von Hanoi nach Vientiane.
Zu den ersten Stationen in Laos ist zu sagen das ich Vientiane, Vang Vieng und Luang Prabang *alle in Nordlaos* zwar vor 5 Monaten schon einmal gesehen habe, es mir aber so gut gefallen hat das ich gern ein zweites mal hinwollte. Dennoch werde ich mich bei diesem Part der Reise hauptsaechlich auf Bilder beschraenken, bei interesse einfach den alten Eintrag lesen!


Nachdem wir von Luang Prabang wieder einen Zwischenstop in Vientiane gemacht haben um ein paar Masgeschneiderte Sachen vom Schneider abzuholen ging es fuer Malte zurueck nachhause weahrend Carla und ich direkt weiter in den Sueden Laos, zu den 4000 Islands, was somit der erste Ort meiner Reise war den ich vorher noch nicht gesehen habe.
4000 Islands befindet sich in der Mekongregion unmittelbar zur kambodschanischen Grenze.
Der Ort wird so genannt da in der Trockenzeit wenn der Wasserspiegel sinkt hunderte wenn nicht tausende kleine unbewohnte Inseln aus den Stroemen des Mekong auftauchen.
Auf einer der groesseren Inseln haben wir uns also in einem kleinen Bungalow direkt am Mekong niedergelassen, Haengematten inklusive, ohne Elektrizitaet.
Nur Abends wenn es dunkel wurde, wurden bis ca 23 Uhr Generatoren angestellt, danach musste man sich mit Kerzen begnuegen.Wie wir festestellen mussten gabs es weit und breit nur einen einzigen Geldautomaten, der allerdings meine Visacard nicht annahm.
Also mussten wir die letzten 2 der 4 Tage die wir auf Don Det verrbacht haben ziemlich sparen um ueberhaupt unser Visum fuer Kambodscha zu bekommen (welches letztenendes mit meinen letzten euros von zuhause und geschenktem geld von einem unbekaunten bezahlt wurde), den Bus dorthin konnten wir gleucklicherweise bei Ankunft zahlen.
Wir dachten also es weare guenstiger wenn wir uns selbst versorgen als ins Restaurant zu gehen. Also haben wir zusammen mit 2 Daenen die mitgezahlt haben eine Ente gekauft die wir selbst schlachten, ausnehmen und irgendwo grillen wollten.
Gesagt, getan, nach einer kurzen Diskusion welcher Tod wuerdevoller weare, die Daenen waren fuer erschlagen, wir Deutschen fuer Schneiden und ausbluten lassen, kam ein freundlicher Laote spontan mit einem Holzplock um uns die Entscheidung abzunehmen.
Ohne jegliche Fachkentnisse mussten wir die Ente dann ausnehmen was uns ersteinmal nicht davon abhielt uebereifrig vier haende gleichzeitig in die Ente zu stecken, was dann aber zu einem aeusserst unappetitlichem Darmriss fuehrte.
Dann haben wir ein Kanu geliehen das eigentlich fuer 2 Leute gedacht war und sind zu einer kleinen einsamen Insel gefahren, auf der wir Holz fuer ein Feuer gesammelt haben um die Ente zu grillen. Das ganze war zwar ziemlich lustig, unser plan billig satt zu werden ist aber nicht annaehernd aufgegangen, sodass wir zurueckpaddeln mussten um noch ein bischen Reis, Aepfel und Bananen zu sammeln.
Am naechsten Tag haben wir also den Bus nach Phnom Phenh genommen, schon weahrend der Fahrt haben die Busfahreich gestresst weil sie Angst hatten ihr Geld nicht zu bekommen, was sich im Nachhinein bewahrheitet hat, denn egal wo ich meine Karte benutzten wollte hat es nicht geklappt. Also musste ich meinen Reisepass als Pfand abgeben da wir erst spaet Abends in Phnom Phen ankamen. Dort habe ich dann einem Motorbiketaxi halbwegs verstaendlich machen wollen das ich ihn nur bezahlen kann wenn die Automaten zu denen er mich fahren sollte auch geld ausspucken, da ich als Antwort wiedereinmal OK, OK, OK! bekam konnte ich davon ausgehen das er mich nicht verstanden hat und das ganze noch mal schlimmer wird, sollte ich kein Geld bekommen. Beim 7. Automaten hat meine Ersatzkarte endlich funktioniert, sodass ich das Taxi und auch den Busfahrer auszahlen konnte.
Haette ich kein Geld bekommen, haetten Carla und ich auf der Strasse schlafen muessen um am naechsten Tag zur deutschen Botschaft zu gehen, ohne Geld, ohne Papiere, ohne mein 1 Jahresvisum fuer Vietnam.
Phnom Penh hat mir sehr gut gefallen, es ist die einzige Stadt die ich in Kambodscha gesehen habe da wir uns dagegen Entschieden haben Angor Wat zu besichtigen da wir einfach nicht genug Zeit hatten.
Leider habe ich vorher meine Akkuladegeraet fuer meine Kamera irgendwo leigenlassen, sodass ich keine Bilder von Phnom Phen habe.
Hier also Phnom Phenh in Worten:
Grosse, vergleichsweise saubere Strassen, viele Strassenkinder und Bettler, viele Sextouristen, viele Maerkte und karrierte Schaals, viele TukTuks, viele Wats und Pagoden, die warscheinlich nettesten Menschen die mir bisher begegnet sind, ein Elefant als Maskotchen, All you can eat Buffet fuer 2,75 Dollar und ein eindrucksvolles Geschichts Foltermuseum.
Ich habe mir eine Menge Souveniers gekauft da ich vermutlich fuer lange Zeit nicht mehr dorthinkommen werde, unter anderem einen Ring der aus einer Bombe gemacht wurde welche im Indochinakrieg abgeworfen wurde.
Nach 3 Tagen ging es wieder zurueck nach Vientam nach Saigon, der inoffiziellen Hauptstadt Vietnams.

Dort habe ich endlich mal wider eine Calzone essen koennen, ich habe mir Weaselcaffee gekauft, das sind Caffeebonen die von Weaseln gegessen werden und unverdaut ausexrementiert von Vietnamesen als Spezialitaet verkauft werden. Wer also an einer Tasse Weaselcaffee interessiert ist sollte sich bei mir melden wenn ich wieder in Deutschland bin.
Dann waren wir noch im War Historymuseum was auch ziemlich interessant war. Vor allem ueber die Agent Orange Opfer zu lesen, mit deinen ich ja bald in meinem neuen Projekt zusammenarbeiten werde.

Es war auf jedenfall ein sehr geiler Trip mit echt coolen Momenten und echten Scheissmomenten die in nachhinein noch geiler sind als die coolen Momente.
Nun habe ich Carla, die fuer ein halbes Jahr nach Australien geht verabschiedet und bin wieder zurueck in Viet Tri. Es ist mitlerweile wieder ganz schoen warm und schwuel und ich gehe motivierter denn je zur Arbeit.
Nicht.
Ich hab ehrlich gesagt langsam genug von dem ganzen interkulturellem Kram, sich kritisch mit allem und jedem auseinander zu setzten, was man sicherlich auch an meinem Eintrag merkt. Das geht ungefaehr so, man kommt ins Ausland alles ist neu und anders, man lernt jede Menge verschiedene Leute kennen und faengt an sich fuer alles zu interessierten. Dann setzt man sich mit moeglichst allem auseinander weils ja so interessant ist, bis einem der Kopf platzt. So fuehl ich mich zumindest ein wenig.
Deswegen freue ich mich jetzt schon darauf bald wieder nachaus zu kommen um den Kopf ein wenig frei zu bekommen.
Bis dahin sinds 4 Monate, in denen ich brav meinen Reis essen werden, ein bischen im neuen Projekt rumturne, Reisen werde und meine Zukunft plane.
Bis bald, Hisar


















